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Langzeitreise

Erstes Mal Trampen: Kambodscha

Nun war also der Moment gekommen. Ich stand direkt hinter der kambodschanischen Grenze mit meiner Tochter auf dem Arm und einem selbstgemalten Pappschild an der Straße im Schatten und versuchte, dass uns jemand mitnimmt. Ich war super nervös und fühlte mich von den Einheimischen belächelt. Aber erst einmal von vorne: Wie kam es dazu?

Wir verließen Trat in Thailand am Vormittag und wieder musste ich den doppelten Preis im Minivan zahlen: Einmal für meinen Sitzplatz und einmal fürs Gepäck. 7 Euro sind ja eigentlich nicht viel, aber wenn man versucht maximal 15 Euro pro Tag auszugeben, ärgert das einen dann doch. Die Fahrt zur Grenze verlief entspannt. Ich war kurz vor Ankunft dann ein wenig aufgeregt: Mein erster Grenzübergang zu Fuß in Südostasien. Wie würde auf mich zukommen?

An der thailändisch-kambodschanischen Grenze (Cham Yeam Border)

Als wir aus dem Van stiegen, kam sofort ein Mann mit einem wagen und lud alles Gepäck darauf. Da die Einheimischen das alle zuließen, dachte ich okay, wieso nicht. Nachher stellte sich natürlich raus, dass auch das 1,50 Euro kostet. Kaum an den thailändischen Departure Schaltern angekommen, stürzten sich die Taxifahrer auf mich. Ich war die einzige nicht asiatische Person dort. Meine Tochter war natürlich nach der Busfahrt super aktiv und froh sich bewegen zu dürfen. Mein Stresspegel stieg dementsprechend schnell, nein eher sehr schnell: Auf den Wirbelwind achten, dann die Taxifahrer verscheuchen, auf die Sachen aufpassen und noch die Visaformalien erledigen: Puh! War wirklich nicht schön. Freundlich war da auch niemand.

Entscheidung zu Trampen

Nachdem ich endlich unsere Visa hatte, nervte mich dieser Taxifahrer erneut. Ich sagte ihm, wir fahren jetzt nirgendwo hin und machen hier erstmal eine Pause. Er laberte mich voll, ich würde dann hier nicht mehr wegkommen. Schwachsinn. Es war gerade mal 14 Uhr! Und wie ich denn irgendwo hinkommen wolle ohne Geld.

Also setzte ich mich direkt an der Grenze in ein Café, ließ mein Kind spielen, atmete bei einer Eisschokolade erstmal durch. Ich war hochgradig angespannt. Ich nutze das restliche thailändische Handynetz, um eine Unterkunft in der Offline Karte in der nächsten Stadt zu markieren. Dann nahm ich mein Pappschild und ging raus, weg von der Grenze und stellte mich mit all dem Kram und Kind in den Schatten und versuchte mein Glück.

Bei den ersten Autos kam ich mir recht blöd vor, wusste nicht wie ich winken sollte, da die einfach nur alle freundlich zurück grüßten. Oh man. Ich nahm meine Kleine auf den Arm und wir machten ein Spiel daraus und lachten einfach immer, wenn es nicht klappte. Ich dachte mir, im Notfall nehmen wir halt dann ein Taxi, aber das wird schon alles gut gehen. Und ich glaube das 11. Auto hielt dann an und der Mann nahm uns mit in die nächstgelegene Stadt. Wir saßen in einem Minibus/Van mit einer Familie und einigen kleinen Kindern. Verständigen konnten wir uns nicht, aber für Freundlichkeit bedarf es keiner Worte. Er fragte mich beim Aussteigen nach Geld, ich sagte freundlich „Sorry, no money“, er antwortete „okay“ und damit war alles erledigt. Vom Markt aus klapperten wir dann zu Fuß die markierten Unterkünfte ab und fanden recht schnell ein Zimmer und sprangen bald in den Pool.

Hallo Kambodscha!! Schön, wieder hier zu sein!

Wenn ihr euch fürs Trampen interessiert, schaut mal bei Youtube oder Instagram bei den „Travel Owls“ nach. Die Beiden trampen seit 2 Jahren um die Welt und haben mir einige hilfreiche Tipps gegeben, wie ich es angehen kann. Danke dafür.

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