Alleinerziehend Reisen

(Welt) Reise allein mit Baby/Kleinkind? Ja das geht!

Alleine mit Baby um die Welt fliegen? Ist dir das nicht zu gefährlich? Was ist, wenn ihr krank werdet? Hast du da keine Angst so alleine in einem fremden Land?

Das sind nur einige Fragen, die ich regelmäßig gestellt bekomme.

Ja,  auch als Alleinerziehende(r) oder Elternteil mit einem Kind (wenn der Partner nicht vereisen kann oder will) kann man die Welt mit Kind bereisen. Man muss sich nur trauen und im Idealfall ein wenig belesen. Ob das gefährlich ist? Nun. Ich gehe vom Positiven aus. Meine Neugier und mein Antrieb waren immer größer als meine Ängste. Natürlich bin ich nicht im Dunkeln alleine mit meiner Tochter umhergelaufen. Und natürlich habe ich gewisse Ecken gemieden und  nicht mein komplettes Bargeld oder immer meine Kreditkarte bei mir gehabt. Natürlich lese ich mir die Seiten des Auswärtigen Amtes durch. Aber je mehr Reiseerfahrung und interkulturellen Austausch ich habe, umso mehr merke ich, dass es viel Gutes auf der Welt gibt. Und gerade mit Kind reist es sich nochmal ganz anders. Authentischer und freundlicher.

In diesen beiden Teilen möchte ich dir Tipps zu unterschiedlichen Themen des Alleinreisens mit Baby/Kleinkind geben.

Flug

Zuallererst zu den Kosten. Ist dein Kind jünger als 2 Jahre, muss es  im Flugzeug auf deinem Schoß sitzen. Das bedeutet aus finanzieller Sicht, dass du für dein Kind nicht den vollen Ticketpreis, sondern nur eine Anzahl an Prozenten deines Flugtickets zahlen musst. Bei meiner Langstrecke waren es für meine Tochter circa 10-25%, je nach Airline. Manche Billigflieger nehmen eine Kleinkindpauschale, unabhängig von deinem Ticketpreis.

Während des (Langstrecken)Flugs wird dein Kind wahrscheinlich die meiste Zeit schlafen. Da es noch recht klein ist, geht dies auch bequem auf dir bzw.  in einem Baby-Bassinet, dass du dir direkt nach der Ticketbuchung bei der jeweiligen Airline reservieren solltest. Das sind diese kleinen Körbchen, die vor dir auf Augenhöhe an der Wand befestigt werden. Darin kann dein Baby schlafen. Solltest du im Voraus keine Reservierung dafür bekommen haben, empfehle ich dir, am Gate oder spätestens beim Einsteigen ins Flugzeug, die Crew um einen solchen Platz zu bitten. Oftmals können noch Passiere ohne Kind umgesetzt werden. Also trau dich ruhig nachzufragen.

Irgendwann musst du sicherlich mal zur Toilette. Auch hier hilft dir sicherlich gerne ein(e) Flugbegleiter(in). Ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Sitznachbarn oft schon ihre Hilfe angeboten haben.  Die Toiletten haben meistens auch Wickeltische.

Bis meine Tochter 1 Jahr alt war, musste ich sie bei langen Flugzeiten nicht wirklich bespaßen. Da reichten stillen, rumtragen oder wenige Spielsachen aus. Als sie anfing zu krabbeln oder  laufen, sah das anders aus. Da war einerseits natürlich Spielzeug wichtig, andererseits liefen wir viel im Flugzeug umher. Auch das Tablet kam mal zum Einsatz.

Vor Ort

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Klima- und Zeitzonenwechsel für meine Tochter kaum problematisch war. Für mich war das etwas anstrengender, schließlich fällt es mir grundsätzlich schwer, im Flugzeug zu schlafen. Ihr Rhythmus hatte sich dennoch an die asiatische Zeit gewöhnt nach Monaten dort, sodass wir nach unserer Rückkehr in Berlin schon immer vor Sonnenaufgang wach waren. Aber auch das  war nach einigen Wochen wieder vorüber.

Ich hatte auf meinen ganzen Reisen nie Probleme an Windeln oder Feuchttücher ranzukommen. Ich hatte auch nie eine schlechte Qualität erwischt. In Asien gab es nur Höschenwindeln. Das fand ich großartig, vor allem dann im Krabbelalter. Ich habe wirklich überall gewickelt. Ich habe meistens mein Tragetuch ausgebreitet und dann losgelegt.

Die Freundlichkeit der Menschen hat mich immer wieder aufs Neue überzeugt. In Asien kannst du damit rechnen, dass die Einheimischen dein Kind ständig auf den Arm nehmen möchten. Die Asiaten sind verrückt nach kleinen, hellen Babys. Ich konnte mich irgendwann regelrecht drauf verlassen, im Café in Ruhe die Speisekarte zu lesen oder was zu trinken, da immer irgendjemand die Kleine auf dem Arm hatte oder  ihr was zeigen wollte.

Wir hatten unterwegs viel Kontakt mit anderen Kindern. Viele Babys/Kleinkinder werden in Asien mit auf die Arbeit genommen. So hatte meine Tochter meistens Gesellschaft.

Da meine Tochter unterwegs auch regelmäßig im Tragetuch geschlafen hatte, konnte ich in Ruhe Sehenswürdigkeiten abklappern oder auch mal eine Fußmassage genießen. Klingt toll, oder?

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Eindrücke in Bildern

5 Kommentare

  • Hebea

    Liebe Jenni, ich bin stolz, dass ich euch auf dem frühen, gemeinsamen Weg begleiten durfte. Und froh um neue Medien, die mich weiter teilhaben lassen.
    Chapeau für deine Zielstrebigkeit, deine Kraft + deinen Mut.
    V. kann stolz auf ihre Mama sein!
    Beste Grüße
    von Beata

  • Angela

    Liebe Jenny,
    toll, dass ihr das gemacht habt! Den Mut zusammenzukratzen ist wirklich die größte Hürde. Das habe ich vor meiner viermonatigen Panamericana-Reise allein mit meinem vierjährigen Sohn auch gemerkt. Deine Erfahrungen kann ich allesamt nur bestätigen – mit Ausnahme der Windeln: Mit meinem Anderthalbjährigen in Kuba war ich sehr froh, dass ich einen Vorrat mitgenommen hatte. Was übrig blieb, wurde mir freudestrahlend und dankbar abgenommen.
    Liebe Grüße
    Angela

  • Mel

    Ja, es ist echt so: je kleiner umso einfacher und unkomplizierter. Leider denken immer so viele es wird einfacher wenn sie mal zwei Jahre oder so sind, aber das stimmt nicht. Im Babyalter ist es echt cool, weil sie eben prinzipiell nichts brauchen außer die Mama oder die Eltern. Und wie du schreibst sind die Leute da auch sehr offen und hilfreich vor Ort: man muss sich eben nur trauen!
    Grüße!

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